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Best Practices für Entscheider | Best Practises für IT & Security | Best Practices für Verwaltung | Vorträge zum Thema
Dabei geht es nicht um technologische Autarkie oder den vollständigen Verzicht auf externe Anbieter. Digitale Souveränität bedeutet vielmehr, technologische Entscheidungen auch dann anpassen zu können, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. Problematisch wird es dort, wo Daten, Systeme oder Investitionen nicht mehr steuerbar sind.
Digitale Souveränität ist dabei eng mit klassischen Schutzzielen der IT-Sicherheit verknüpft. Wenn Organisationen nicht mehr kontrollieren können, wo ihre Daten verarbeitet werden, welchem Rechtsraum sie unterliegen oder wie abhängig ihre Betriebsfähigkeit von einzelnen Anbietern ist, sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit nicht mehr allein technisch, sondern auch politisch und rechtlich gefährdet.
Es geht daher auch um eine Erweiterung moderner IT-Sicherheitsstrategien – über Firewalls, Verschlüsselung und Zugriffskontrollen hinaus hin zu Fragen von Rechtsraum, Zugriffsmöglichkeiten Dritter und langfristiger Betriebsfähigkeit. Moderne IT-Strategien zielen deshalb auf operative Handlungsfähigkeit: Unternehmen müssen sicherstellen, dass Daten, Prozesse und Abhängigkeiten auch bei regulatorischen Konflikten, Marktveränderungen oder Anbieterproblemen kontrollierbar bleiben.
Vom Schlagwort zur praktischen Umsetzungsstrategie
Treiber dieser Entwicklung sind nicht nur technologische, sondern zunehmend auch regulatorische und geopolitische Faktoren. Europäische Organisationen stehen vor der Herausforderung, Innovationsfähigkeit mit Anforderungen aus EU-Rechtsrahmen wie DSGVO oder DORA zu verbinden. Gleichzeitig rücken Fragen nach dem Zugriff ausländischer Behörden auf Daten, nach extraterritorialer Gesetzgebung und nach strukturellen Abhängigkeiten von außereuropäischen Plattformanbietern stärker in den Fokus.
Digitale Souveränität beschreibt in diesem Kontext die Fähigkeit, moderne IT- und Cloud-Technologien zu nutzen, ohne dabei die Kontrolle über sicherheitsrelevante und regulatorisch sensible Aspekte zu verlieren. Damit das greifbar wird, hilft ein einfaches Ordnungsprinzip. In der Praxis zeigt sie sich auf drei Ebenen, die ineinandergreifen:
- Strategisch: Steuerbarkeit von Risiken und Investitionen
- Technologisch: Operative Handlungsfähigkeit
- Regulatorisch: Vertrauen und Compliance


